700 Führungskräfte zum Umgang mit sexualisierter Gewalt geschult

Gemeinsam gegen sexualisierte Gewalt

Die Schulungen sind 2023 gestartet. Foto: Erol Gurian

Rund 700 Führungskräfte haben sich seit Juli 2023 zum Thema "Umgang mit sexualisierter Gewalt zwischen Beschäftigten" im Rahmen von Pflichtschulungen weitergebildet. Und doch: "Ausruhen dürfen wir uns auf keinen Fall", sagt Vorstandssprecherin Andrea Betz. Wie es jetzt weitergeht.

Rund 700 Führungskräfte der Diakonie München und Oberbayern haben innerhalb von acht Monaten Pflichtschulungen zum "Umgang mit sexualisierter Gewalt zwischen Beschäftigten" absolviert. Die Schulungen bauen auf einem 2022 veröffentlichten verbindlichen Interventionsleitfaden des Sozialunternehmens auf.

Vorstandssprecherin Andrea Betz:

"Unsere Führungskräfte tragen eine besondere Verantwortung, wenn es darum geht, ein respektvolles und sicheres Umfeld zu schaffen, in dem Grenzverletzungen ernstgenommen werden. Uns ist es wichtig, nicht zu tabuisieren, denn in unserem Unternehmen hat sexualisierte Gewalt keinen Platz."

Die Leitfaden-Schulungen würden Führungskräfte befähigen, sich bewusst zu werden, welche Formen sexualisierter Gewalt es gibt. "Denn sexualisierte Gewalt hat viele Facetten", so Betz. Sie erklärt: "Wir erleben schon jetzt positive Veränderungen im Miteinander und eine besondere Sensibilisierung gegenüber dem Thema. Unser Leitfaden und die Schulungen geben den Führungskräften mehr Sicherheit." Da sexualisierte Gewalt oftmals mit Macht einhergehe, sei die Benennung eines Interventionsteams ein wichtiger Schritt gewesen. "Hiermit nehmen wir die Bewertung der Vorfälle aus der Hierarchielinie. Dabei hat der Schutz der betroffenen Person für uns oberste Priorität", so Betz.

So sehr sich die Vorstandssprecherin über die erreichte Sensibilisierung freut, "ausruhen dürfen wir uns auf keinen Fall". "Um uns als Unternehmen glaubhaft gegen sexualisierte Gewalt zu positionieren, müssen wir auch die Schatten unserer Vergangenheit beleuchten", sagt Betz. Darum hätten Aufsichtsrat und der Vorstand die Entscheidung getroffen, externe Expert*innen mit der Aufarbeitung von Altfällen zu beauftragen.

Andrea Betz: "Wir sind uns bewusst, dass der Kampf gegen sexualisierte Gewalt ein Langstreckenlauf ist. Wir müssen kontinuierlich daran arbeiten und uns weiterentwickeln."

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Über die Schulungen

Im Juli 2023 hat die Diakonie München und Oberbayern mit Pflichtschulungen ihrer etwa 700 Führungskräfte zum Thema "Umgang mit sexualisierter Gewalt zwischen Beschäftigten" begonnen.

Im ersten Schulungsteil lag der Fokus auf der Sensibilisierung für verschiedene Formen von sexualisierter Gewalt, Sexismus, Stereotypen und Grenzüberschreitungen. Die Teilnehmenden erhielten Einblicke durch die act & protect® Academy. Im zweiten Teil erklärten interne Expert*innen der Diakonie München und Oberbayern den Führungskräften, wie sie mit dem Handlungsleitfaden umgehen.

Für ihr Engagement hat die Diakonie München und Oberbayern die act & protect® Academy-Siegel erhalten.

In Zukunft sollen auch neue Führungskräfte nach dem Konzept geschult werden. Zudem sind freiwillige Workshops für Mitarbeitende geplant. Der erste soll im Herbst stattfinden.

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Über die Diakonie München und Oberbayern

Die Diakonie München und Oberbayern ist einer der größten sozialen Träger in der Region. In über 300 Einrichtungen arbeiten mehr als 5.000 Mitarbeitende, davon etwa 700 Führungskräfte. Zusätzlich engagieren sich rund 2.000 Menschen ehrenamtlich. Die Einsatzfelder sind vielfältig: Die Diakonie engagiert sich in der Kinder- und Jugendhilfe, in Kindertageseinrichtungen, in der Arbeit für geflüchtete Menschen, in der Beratungstätigkeit, in der Sozialpsychiatrie, in der Wohnungslosenhilfe, für Menschen mit Behinderung, im Bereich Qualifizierung sowie in der Pflege und Offenen Altenarbeit.


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