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Rund die Hälfte der Menschen, die aus vor dem Krieg in der Ukraine fliehen, sind Kinder und Jugendliche. "Sie sind besonders gefährdet und brauchen unseren Schutz", so Diakonie-Vorständin Andrea Betz. Die Unterbringung in Gemeinschaftsunterkünften sieht sie kritisch.
Rund 1,5 Millionen Kinder und Jugendliche sind bereits aus der Ukraine geflohen. Sie sind traumatisiert von den Kriegsereignissen, mussten oft ihre Familien, ihren Vater, ihre Freunde und ihre Schule zurücklassen. Wie viele ukrainische Minderjährige in München angekommen sind, lässt sich nicht klar beziffern. Schätzungen gehen davon aus, dass etwa die Hälfte der geflüchteten Menschen aus der Ukraine jünger als 18 Jahre sind. Bis zu 100.000 Kinder und Jugendliche sollen bisher in Deutschland angekommen sein.
Kinder und Jugendliche sind besonders schutzbedürftig
"Unsere Teams in den Unterkünften berichten, dass auch Minderjährige ohne ihre Eltern nach München kommen. Darum müssen auch Sorgerechtsfragen geregelt werden", erklärt Andrea Betz, Vorständin der Diakonie München und Oberbayern. Die hohe Zahl von Minderjährigen sei ein deutlicher Unterschied zur Fluchtbewegung 2015. "Kinder und Jugendliche sind besonders gefährdet und brauchen unseren Schutz."
Sie betont: "Wir müssen in der Kinder- und Jugendhilfe nicht bei null anfangen, sondern rasch bestehende Strukturen nutzen und weiterentwickeln. Das gilt zum Beispiel für die Schulsozialarbeit." Die Akteur*innen in der Kinder- und Jugendhilfe seien in München gut vernetzt. "Das hilft auch jetzt, um Kindern und Jugendlichen aus der Ukraine zügig Zugang zu den Angeboten zu ermöglichen. Das Kindeswohl hat dabei für uns oberste Priorität."
Zugang zu medizinischer Versorgung, zu Schulen und Kitas
Es sei vor allem wichtig, so schnell wie möglich Zugang zu medizinischer Versorgung und zu psychosozialer Unterstützung zu ermöglichen. In der Realität gestalte sich das oft schwierig. Denn für einen Besuch beim Facharzt brauchen Kinder und Erwachsene einen Krankenschein von der Behörde, was in der aktuellen Situation jedoch noch ein etwas langwieriger Prozess sei. Ein weiterer Baustein für gelungene Integration sei der Zugang zu Kitas und Schulen, wie Betz erklärt. "Aufgrund der Sprachbarriere braucht es jetzt kluge Lösungen, damit Kinder zügig in Kita und Schule aufgenommen werden können. Willkommensgruppen sind da eine sehr gute Idee. Allerdings ist die Personalsituation in Schulen und Kitas sehr angespannt. Wir brauchen mehr Lehrkräfte und Erzieher*innen für die bevorstehenden Aufgaben."
Kinder gehören nicht in Gemeinschaftsunterkünfte
"Raum für kindliche Bedürfnisse, der alters- und entwicklungsgerecht ist, ist in Flüchtlingsunterkünften nicht gegeben", berichtet auch Karlotta Brietzke. Sie leitet die Unterstützungsgebote der Diakonie für geflüchtete Kinder, Jugendliche und Familien. Brietzke und ihr Team unterstützen Familien zum Beispiel in Bildungs-, Gesundheits- und Erziehungsfragen. Gemeinsam mit Ehrenamtlichen organisieren sie auch Ausflüge oder eine Hausaufgabenbetreuung.
"Die Unterbringung in Turnhallen und Gemeinschaftsunterkünften kann immer nur eine Notlösung sein", sagt Andrea Betz. "Kinder und Jugendliche haben ein Recht auf Privatsphäre und brauchen Raum, um sich zu entfalten, Rückzugsmöglichkeiten und Orte, wo sie ungestört Lernen können." In Gemeinschaftsunterkünften sei dies nur schwer möglich. Allerdings fehle es hierzu oft an Alternativen.
Darum plädiert die Diakonie-Vorständin dafür, Schutzkonzepte zu entwickeln und die pädagogischen Unterstützungsangebote, die es in München in jeder Unterkunft gebe, auch auf die neuen Quartiere auszuweiten.
Diakonie München und Oberbayern gGmbH
Unternehmenskommunikation
Landshuter Allee 40
80637 München
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Für Kinder und Jugendliche, die nicht schul- oder ausbildungsfähig sind.
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