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Ein neues Blended-Learning-Angebot des Lernorts Sozialdorf Herzogsägmühle beleuchtet die Geschichte von Gewalt und Ausgrenzung in Fürsorgeeinrichtungen zur Zeit des Nationalsozialismus. Ziel ist es, dass sich die Lernenden ihrer eigenen beruflicher Verantwortung bewusstwerden, und ihre berufliche Handlungsfähigkeit erkennen.
In Fürsorgeeinrichtungen, Pflegeheimen und psychiatrischen Kliniken waren während des Nationalsozialismus zahllose Menschen Gewalt, Zwangssterilisation und Mord ausgeliefert – häufig unter dem Deckmantel von Fürsorge. Diese Verbrechen wurden nach 1945 lange Zeit kaum aufgearbeitet.
Ein Bildungsangebot des Lernorts Sozialdorf Herzogsägmühle macht dieses Kapitel der sozialen Arbeit nun für heutige und künftige Fachkräfte erfahrbar – verständlich und mit Bezug zur eigenen Berufspraxis. Entwickelt wurde es von einem Projektteam des Lernorts in enger Zusammenarbeit mit der Digitale Lernwelten GmbH aus Eichstätt. Prof. Dr. Annette Eberle, die an der Katholischen Stiftungshochschule München Pädagogik in der Sozialen Arbeit lehrt, hat das Projekt wissenschaftlich begleitet.
Das Projektteam setzt dabei auf Blended-Learning: Online-Lernphasen wechseln also mit Präsenzphasen ab. Das Projekt richtet sich an Studierende, Auszubildende und Fachkräfte in Sozial- und Gesundheitsberufen.
Die vom Projektteam des Lernorts entwickelten Module zeichnen den historischen Kontext von Ausgrenzung und Gewalt im Nationalsozialismus verständlich nach. Sie ermöglichen darüber hinaus die Auseinandersetzung mit Biografien der Verfolgten und beleuchten das Handeln der Täter*innen.
Ein zentrales Anliegen des Projekts ist es, die ideologischen Kontinuitäten nach 1945 sichtbar zu machen: Wie konnte es sein, dass Denk- und Handlungsmuster aus der Zeit des Nationalsozialismus in der Fürsorge weiterlebten? Und welche Spuren dieser Vergangenheit finden sich womöglich noch heute im professionellen Alltag sozialer Berufe?
Ziel ist es, dass sich die Lernenden ihrer eigenen beruflicher Verantwortung bewusstwerden, und ihre berufliche Handlungsfähigkeit erkennen.
Den Auftakt macht eine Pilotgruppe von Studierenden der Sozialen Arbeit an der Hochschule Augsburg. Zudem werden die Module bereits für interne Fortbildungen der Diakonie Herzogsägmühle verwendet. Ermöglicht wird das Bildungsprojekt durch die Förderung der Bildungsagenda NS-Unrecht der Stiftung Erinnerung, Verantwortung und Zukunft und dem Bundesministerium der Finanzen.
Kontakt
Interessierte Institutionen, Hochschulen oder Träger, die die Module einsetzen möchten, können sich wenden an:
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Über den Lernort Sozialdorf Herzogsägmühle
Der Lernort Herzogsägmühle ist eine Bildungseinrichtung der Diakonie Herzogsägmühle. Während der Zeit des Nationalsozialismus, von 1934 bis 1945, war Herzogsägmühle Teil eines Zwangsfürsorgesystems. Der bisherige Träger, der "Verein für Arbeiterkolonien in Bayern", wurde mit seinen beiden Arbeiterkolonien - Herzogsägmühle und Simonshof in der Pfalz - in den neu gegründeten "Landesverband für Wander- und Heimatdienst" integriert. Das neue Ziel der Fürsorge in Herzogsägmühle war die Selektion der Hilfebedürftigen nach einer sozialrassistischen Auslese. In dieser Zeit wandelte sich Herzogsägmühle zu einer tödlichen Gefahrenzone für alle, die dort Hilfe suchten. Für mindestens 430 Jugendliche und Männer bedeutete die Einweisung nach Herzogsägmühle das Todesurteil. Heute gibt es den Lernort Sozialdorf Herzogsägmühle. Dieser hat es sich zur Aufgabe gemacht, die 130-jährige Geschichte von Herzogsägmühle zu erforschen und aufzubereiten. Anlässlich des 125-jährigen Bestehens wurde für die Menschen, die unter dieser Zwangsherrschaft zu leiden hatten oder zu Tode kamen, in Herzogsägmühle ein Ort der Erinnerung geschaffen: www.lernort-herzogsaegmuehle.de
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Für Kinder und Jugendliche, die nicht schul- oder ausbildungsfähig sind.
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Diese Europäische Qualitätsmanagementnorm beschreibt welchen Standards das innerbetriebliche Qualitätsmanagementsystem entspricht. Die diakonia ist im Rahmen dieser Norm für die Entwicklung, Planung und Durchführung von Bildungs-, Ausbildungs-, Qualifizierungs- und Beschäftigungsmaßnahmen zertifiziert.
Die erfolgreiche AZAV (Akkreditierungs- und Zulassungsverordnung Arbeitsförderung)-Zertifizierung erbringt denn Nachweis, dass diakonia nachweislich alle relevanten Voraussetzungen als Träger von Maßnahmen der Arbeitsförderung nach dem Dritten Buch Sozialgesetzbuch erfüllt.